Sport-LK am RMG, klingt gut, ist so aber nicht ganz richtig. Bereicherten doch Schüler aus nicht weniger als sechs anderen Gymnasien diesen dadurch fast überregionalen Kurs. Zu den Kurslern aus den Heilbronner Schulen EHKG (3), JKG (3), MSG (2), THG (3), RMG (7) kamen noch die "Exoten" aus Beilstein vom HCG (4) und Weinsberg (1) dazu. "Das kann ja heiter werden!" dachte ich, als ich von den zahlreichen Anmeldungen hörte. "23 Chaoten aus sieben verschiedenen Schulen, die sich wahrscheinlich nicht riechen konnten, Fahrprobleme, also maximal halbe Kursstärke etc..." Es kam, Gott sei Dank, anders. Der überwiegende Teil verstand sich gut; es entstand sogar so etwas wie eine Kursgemeinschaft, die leider nie durch eine gemeinsame Studienfahrt gefestigt werden konnte, da sieben verschiedene Schulen terminlich einfach nicht unter einene Hut zu bekommen sind. Das gab auch dann einige Probleme hinsichtlich der "interscolaren Kommunikation". Nie war man sich einig in der Frage: Theorie oder Praxis? Mönchseehalle, Keplerhalle oder Klassenzimmer? Irgendwie traf man sich dann doch, wenn auch manchmal nur durch Zufall.
Gerüchten, wonach der Sport-LK meistens im "Ziegeldächle" stattfand, muß man nicht unbedingt Glauben schenken. War's Dächle doch höchstens "Refreshing- Center", d.h. Auffüllstation von durch höchste Anstrengung hervorgerufene Mineralstoff- und Flüssigkeitsverluste ! Außerdem fördern außerunterrichtliche Aktivitäten den Sozialisationsprozeß innerhalb nichthomogener Schülergruppen! (siehe Soziologie in 13/1) Deswegen: LK heißt nicht LUST-KURS! Womit der eigentliche Zweck eines solchen Kurses wieder in den Mittelpunkt rückt. Geht man davon aus, daß die Wahl eines LK von der Liebe zum jeweiligen Fach getragen wird, und nicht von irgendwelchen vordergründig materialistischen Zielen geprägt ist, dann hat man in diesen Kursen voll motivierte, aktive und interessierte Schüler versammelt. Mit wenigen, hier nicht namentlich genannten Ausnahmen, traf dies voll und ganz auf meinen LK zu. Einige waren sogar hypermotiviert, hatten sie doch probehalber schon mal ein Jahr LK-Luft geschnuppert! Als der Name "Koebi" auftauchte, erklärten sie sich spontan zur "Ehrenrunde" bereit. Ohne sie wäre der Kurs nie am RMG gelaufen!
SPORT-LK bedeutet sportliche Aktivität auf (fast)allen Gebieten, dazu das theoretische Wissen, ohne das nun mal in der Praxis nichts läuft. Man stelle sich vor: eine Kippe am Reck, und dann der "Schnepper" zum falschen Zeitpunkt, weil in der Bewegungslehre gerade kein Schreibgerät zur Hand war. Oder man hat absolut keine Ahnung von der "Rang- und Hackordnung in der sozialen Gruppe", weil man Erarbeiten eines Soziogramms den Abend in der "Laube" vorbereitet hat.
Schon mancher hat beim Trainingsaufbau seine "SUPERKOMPENSATION" verpaßt, sich unter- oder übertrainiert, nur weil er während der Trainingslehrstunde eine gute Phase bei Charly's hatte. Also keine Praxis ohne Theorie. Beides genießt man beim Sport-LK so ausgiebig, daß man nach bestandenem Abi ohne Zögern und (fast) ohne Aufnahmeprüfung das Sportstudium aufnehmen kann. Die optimale Vorbereitung für das spätere Leben!
Doch irgend etwas scheint hier fehlzulaufen. Von den 23 LKlern wollen (vielleicht) zwei auch Sport studieren! Stimmt da vielleicht etwas mit dem Wahlmodus in der Oberstufe nicht oder werden die Schüler gar falsch auf ihr späteres Leben vorbereitet? Jeder mache sich seine eigenen Gedanken!
In der Hoffnung, daß der Eine oder Andere trotz allem "Etwas mit rausnimmt".........
KOEBI
| Inhalt | <<< zurück | weiter >>> | Copyright Abi-Jahrgang '91 RMG | www.rmg91.de |