Wenn man nach langer Zeit mal wieder einen Lk in Mathe bekommt, hat man wohl etwas zu hoch geschraubte Erwartungen und falsche Vorstellungen von der Unterrichtssituation.
Jedenfalls wurde ich schon durch die große Zahl von 24 Schüler/innen auf den Boden der Tatsachen heruntergeholt.
Es sind nicht nur Mathe-Freaks, die mir erwartungsvoll gegenüber sitzen.
Leider kam es so sicher öfter vor, daß sich einige langweilten und andere immer noch nicht wußten, wovon die Rede war.
Die Zeit für die Fülle von Stoff ist knapp, auch wenn es genügend Schüler gibt, die meinen es sei noch ewig Zeit zum Lernen. Plötzlich aber steht das schriftliche Abi vor der Tür und es hilft nur noch ein Crash-Kurs in Stuttgart.
Mathe wird im allgemeinen als furchtbar öde und trocken angesehen. Hier ein paar wichtige Sätze und Beispiele, um ein eigenes Urteil zu ermöglichen:
Satz: Derjenige, der als letzter den Klassenraum betritt, muß die Tafel wischen.
Folgerung: Kai kann nach dem Abi sicher seine Meisterprüfung im Tafelputzen machen.
Aufgabe: Jemand öffnet im Winter 100-mal das Fenster. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß die LK-Lehrerin Schnupfen bekommt und zu Hause bleibt? (Lösung: P(S H)=0)
Dieses Zufallsexperiment hat Axel mehr als 100-mal durchgeführt.
Axiom: Die Lehrerin steht an der Tafel nie auf der falschen Seite, der Schüler sitzt verkehrt! (Auch wenn Michael R. das Gegenteil behauptet.)
Merke: Schreibe in der Klausur möglichst undeutlich, damit die Lehrerin das Richtige herauslesen kann. Beanstande die Schrift deiner Mitschüler/innen an der Tafel!
Oliver hat bei einer Wahrscheinlichkeitsaufgabe eine geniale Lösung: "Ich schmeiße einfach die Urne weg, dann hab ich's."
Trotz aller wichtigen Aufgaben bleibt Martin und Axel noch genügend Zeit, um durch einen Blick durchs Fenster festzustellen, ob der Wind zum Surfen reicht.
Auch wenn es Schüler geben soll, die lieber zu Hause bei einer Tasse Kaffee rechnen, hoffe ich, daß der Kurs für die meisten von Euch erträglich war und Eure Erwartungen wenigstens zum Teil erfüllt hat. Ich fand ihn interessant, und meistens hat mir das Unterrichten Spaß gemacht.
Marianne Wallenstein
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