Jetzt sind wir (mindestens) dreizehn Jahre in die Schule gegangen, und gerade in diesem 13. Schuljahr ist die Diskussion um die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur neu entbrannt.
Hinsichtlich des Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt, den die Vollendung des gemeinsamen europäischen Binnenmarktes nur noch verstärken wird, wäre eine äußere Angleichung der Ausbildungszeiten ratsam.
Dafür spricht auch die 12-jährige Schulzeit in der früheren DDR, wo man ja nicht auf dreizehn Jahre gehen will und kann. Dies würde aber in der ursprünglichen Bundesrepublik voraussetzen, daß der Stoff von neun Jahren in acht untergebracht werden müßte, und das wäre sicherlich ein schwieriges Unterfangen, welches nicht zuletzt auf dem Rücken bzw. in den Köpfen der Schüler/Innen ausgetragen würde. Denn um diesen Vorschlag durchzuführen, müßte womöglich der Stundenrahmen erweitert werden. Andererseits wäre die Frage um die schulfreien Samstage eindeutig beantwortet.
Ein Kompromiß zwischen den absoluten Positionen zwölf oder dreizehn Schuljahre bis zum Abitur ist der Vorschlag der zwölfeinhalbjährigen Schulausbildung. Somit könnte das recht nutzlos erscheinende Halbjahr 13/2 gestrichen werden (in Wahrheit acht Wochen, wenn statt im Juni die mündliche Prüfung im März erfolgt). Die Schüler/Innen, um die es in erster Linie gehen sollte, gewännen ein halbes Jahr, was auch zu einer Verbesserung der Studienbedingungen führen würde, und sie müßten sich nicht mehr länger damit herumquälen, Entschuldigungsgründe zu erfinden.
Dieser Vorschlag dürfte auch sicherlich die Kurslehrer erfreuen. Jedoch würden ihnen dann wohl zusätzliche pädagogische Aufgaben aufgebrummt werden.
Wie wäre es, wenn sich die neue Kultusministerin mit diesem Vorschlag anfreunden könnte?
Regina Sauter
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