Interview mit Franz Speck

Sehr geehrter Herr Speck !

Beantworten sie bitte das folgende kurze Interview :

1) Wären Sie heute lieber immer noch Rektor des RMGs oder ziehen Sie momentan den Ruhestand dem Schuldienst vor?

SPECK: Alles hat seine Zeit. Ich war gern Schulleiter. Jetzt bin ich gern Pensionär.

2) Welche Reisen haben Sie seit Ihrer Pensionierung unternommen, welchen Aktivitäten sind Sie hauptsächlich nachgegangen?

SPECK: Schitouren in Österreich und Schweiz/Frankreich (Haute Route). Wallfahrt von Salzburg nach Ljubliana und von Ljubliana nach Plitvice. Festspiele in Verona. Radurlaub in Franken und auf der Schwäbischen Alb. Vortragstätigkeit. Gartenarbeit und Reparaturen im Hause. Bastelein für Enkelkinder. Lesen. Fotographieren. Hören klassischer Musik. Geselligkeit mit Freunden. Wandern zu Fuß und per Rad. Mich religiös weiterbilden.

3) Was sind Ihre Zukunftspläne und Wünsche?

SPECK: Zu fuß oder mit dem Fahrrad nach Santiago de Compostela zu wallfahren. Meinen Mitmenschen zu helfen, Lebensmut machen und Freude bereiten. Mein sehnlichster Wunsch: Wenn meine letzte Stunde kommt, in der Gnade Gottes sterben.

4) Haben Sie als Gründervater des Schüleraustausches mit dem Lycee Champollion in Grenoble noch Kontakt zu ihren französischen Kollegen?

SPECK: Ja.

5) Was war die raffinierteste und gerissenste Täuschungshandlung eines Schülers wärend einer Prüfung/Klausur/Arbeit, die Sie aufgedeckt haben?

SPECK: Nach Rückgabe einer Mathematik-Klassenarbeit fügte ein Schüler eine Aufgabe ein und versah diese mit einem roten "r". Der Schüler wollte mir hinterher klarmachen, daß ich diese Aufgabe übersehen hätte. Sein Fehler war, daß die rote Tinte seines Kugelschreibers eine andere Zusammensetzung hatte als meine, was aber erst bei einer Betrachtung und Bestrahlung mit UV-Licht sichtbar wurde.

6) Glauben Sie, es hätte Sie als Schüler der 13. Klasse gestört, daß Sie in der Zeit Ihr Abitur schreiben, in der nach wochenlanger Spannung der Golfkrieg ausgebrochen ist?

SPECK: Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

7) Einige Lehrer behaupten, daß sich ihr Verhältnis zu Ihnen in den letzten Jahren vor Ihrer Pensionierung verbessert hat. Könnten Sie bitte dazu Stellung nehmen.

SPECK: Wenn das zutrifft, ist es für beide Seiten positiv und freut mich.

8) Frage eines Lehrers:
Wie stehen Sie nach über 20 Jahren zu den Schulausschlüssen mancher Schüler in den Jahren 1968-1970?

SPECK: Es ist schwierig aus der Rückschau und nach so langer Zeit diese Frage zu beantworten. Mit Sicherheit kann ich sagen, daß sowohl ich als auch die mit den Ausschlüssen befaßten Gremien gewissenhaft und keineswegs leichtfertig handelten.

Meine persönliche Meinung von Erziehungsmaßnahmen und Schulstrafen möchte ich anfügen: Eine Schulstrafe soll schnell, dem Delikt angemessen sein, durch ihr Maß abschreckend wirken, danach aber abgeschlossen sein. Vergehen, auch schlimmerer Art, sollten sich nicht in der Verhaltensnote niederschlagen, weil dies einer Dauerbestrafung gleichkommt. Den Lehrern habe ich eindringlich verboten, einen Schüler nach Verbüßung seiner Strafe auf sein Vergehen anzusprechen oder gar abfällige Bemerkungen darüber zu machen.

Ich danke ihnen für das Interview !

Axel Jasenek


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